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5 Strategien zur Geschenkauswahl für Kinder mit Lern- und Aufmerksamkeitsschwächen.

Auf einen Blick

  • Es ist wichtig, die Stärken, Schwächen und Interessen Ihres Kindes zu kennen, wenn Sie ein Geschenk auswählen.
  • Vermeiden Sie es, Geschenke als Belohnung für gutes Verhalten zu verteilen.
  • Weniger Geschenke können helfen, die Feiertage weniger chaotisch zu gestalten

Kindern etwas zu schenken ist immer ein Balanceakt. Das Geschenk soll spaßig sein, aber eine Bedeutung haben. Es soll zum Anlass passen, aber nicht chaotisch sein. Bestimmte Lern- und Aufmerksamkeitsdefizite können Sie vor weitere Herausforderungen stellen. Diese fünf Strategien helfen Ihnen jedoch, das Auswählen von Geschenken zu vereinfachen, und machen das Schenken zu einer freudigeren Erfahrung für alle Beteiligten.

Strategie #01

Sehen Sie Ihr Kind als Ganzes

Kinder können anhand von Geschenken interpretieren, wie man über sie denkt. Es ist daher eine günstige Gelegenheit, über die Lern- und Aufmerksamkeitsschwächen hinweg an das Kind zu denken. Wer ist es als Person? Was inspiriert es oder was macht ihm am meisten Freude? Lassen Sie es durch Ihr Geschenk erkennen, dass sie Verständnis für seine Persönlichkeit haben und seine Einzigartigkeit schätzen.

Es ist wichtig, bei Geschwistern ebenso zu handeln. Sie müssen nicht die gleiche Anzahl gleichartiger Geschenke besorgen. Anzuerkennen, dass beide verschiedene Personen sind, kann in jedem von Beiden das Gefühl wecken, etwas Besonderes zu sein.

Strategie #02

Bedienen Sie die Stärken und Interessen Ihres Kindes

Merken Sie sich diese Gleichung des Schenkens:

Interesse des Kindes + Fähigkeiten des Kindes = tolles Geschenk!

Suchen Sie nach Geschenken, die gut zu den Fähigkeiten und Interessen Ihres Kindes passen und die ihm Spaß bereiten. Das bedeutet, dass Sie sich nicht allzu sehr auf die Altersangabe auf den Spielen und Spielzeugen achten müssen.

Ein Bausatz für Kinder „ab 6 Jahren“ passt vielleicht nicht unbedingt zu einem Erstklässler mit Entwicklungsschwierigkeiten. Aber für einen Erstklässler mit guten motorischen Fähigkeiten, der gerne etwas baut, könnte es genau das richtige sein. Seien Sie vorbereitet auf den Fall, dass Ihr Kind auf die gedruckte Altersempfehlung auf der Verpackung reagiert, falls es nicht zu seinem Alter passt. Weisen Sie daraufhin, dass es sich nur um eine Empfehlung handelt und auch ältere/jüngere Kinder damit spielen können.

Strategie #03

Geschenke sollen keine Arbeit sein

Die Feiertage sind oft eine willkommene Unterbrechung der alltäglichen Herausforderungen – für Eltern wie für Kinder. Eine ganze Ladung von Geschenken, welche die Fähigkeiten des Kindes verbessern sollen, kann auch eine ständige Erinnerung daran sein, dass noch viel Arbeit vor Ihnen und Ihrem Kind liegt.

Das heißt jedoch nicht, dass sie auf Lernspielzeug verzichten sollen. Suchen sie beispielsweise Spiele aus, welche die kognitive Kontrolle verbessern, Videospiele für Teenager, welche die Denkfähigkeit anregen, oder Brettspiele, die unbewusst mathematische Fähigkeiten vermitteln. Auch Gutscheine für Spielwarenläden in der Nähe können eine Idee sein. Zum Beispiel:

  • Besuch eines Indoor-Trampolin-Parks für ein Kind mit ADHS
  • Kinokarten für ein Kind mit LRS oder Dyslexie für eine Buchverfilmung, über die jeder spricht
  • Ein Bastelworkshop für ein Kind mit motorischen Schwächen

Strategie #04

Begrenzen Sie die Geschenkausbeute

Die Feiertage sind Grund zur Anspannung. Für manche Kinder mit Lern- und Aufmerksamkeitsdefiziten kann die ganze Vorfreude und Aufregung allerdings zu viel sein. Das gilt vor allem für Kinder mit Schwächen der kognitiven Kontrolle oder mit beeinträchtigter Sinneswahrnehmung. In diesem Falle ist weniger oft mehr wenn es ums Schenken geht.

Eine Möglichkeit für das Kind, die Kontrolle zu behalten? Reduzieren Sie die Anzahl an Geschenken für jedes Kind. Manche Eltern halten es für hilfreich, einem einfachen Rezept für jedes Kind zu folgen. Zum Beispiel:

  • Etwas, das es möchte
  • Etwas, das es braucht
  • Etwas zum Anziehen
  • Etwas zum Lesen

Unabhängig davon, ob diese spezifische Geschenk-Strategie in Ihrer Familie funktioniert oder nicht, denken sie darüber nach, den Prozess des Schenkens zu verkürzen – oder ihn mit Pausen zu versehen – und Wutanfälle und Zusammenbrüche zu vermeiden.

Strategie #05

Nutzen Sie Geschenke nicht als Druckmittel

Vermeiden Sie, Weihnachtsgeschenke als einen Anreiz für gutes Verhalten zu verwenden, etwa indem sie sagen „Wenn du brav bist, bringt der Nikolaus dir das Fahrrad, dass du möchtest“ oder „Wenn du jetzt nicht ruhig bist, gibt es dieses Jahr keine Geschenke!“

Für junge Kinder, vor allem für solche mit Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS, ist es eher hilfreich, kurzfristige Belohnungen und Konsequenzen in Aussicht zu stellen. Diese können einen größeren Einfluss auf das Verhalten des Kindes haben und sie riskieren nicht, die Feiertage in einem schlechten Licht erscheinen zu lassen.

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